Artemis 2: Was werden Astronauten auf ihrer historischen Mondmission essen?

4

Die bevorstehende Artemis-2-Mission, deren Start frühestens am 1. April geplant ist, wird einen entscheidenden Moment in der Weltraumforschung markieren. Doch über die technischen Meisterleistungen hinaus stellt sich eine grundlegende Frage: Wie wird sich die Besatzung während ihrer Reise zum Mond ernähren? Die vier Astronauten – Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch von der NASA sowie Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency – werden sich auf ein sorgfältig zusammengestelltes Menü verlassen, das für langfristige Raumflüge ohne Kühlung oder herkömmliche Kochmöglichkeiten konzipiert ist.

Die Herausforderungen der Weltraumküche

Essen im Weltraum ist alles andere als eine einfache Aufgabe. Im Gegensatz zur Internationalen Raumstation (ISS), die von regelmäßigen Nachschubmissionen und Kühllagerung profitiert, handelt es sich bei der Orion-Raumsonde für Artemis 2 um eine eigenständige Umgebung. Das bedeutet, dass alle Lebensmittel wochenlang haltbar, in der Schwerelosigkeit leicht zuzubereiten sein und möglichst wenig Krümel produzieren müssen, um eine Kontamination empfindlicher Geräte zu vermeiden.

Auf der Speisekarte geht es nicht nur ums Überleben; Es geht darum, Leistung und Moral aufrechtzuerhalten. NASA-Beamte betonen, dass die Nahrungsmittelauswahl in Abstimmung mit Weltraumernährungsexperten und der Besatzung entwickelt wird, wobei Kalorienbedarf, Flüssigkeitszufuhr, Nährstoffaufnahme und individuelle Vorlieben in Einklang gebracht werden.

Wie es funktioniert: Rehydrierung und Wärmer

Astronauten rehydrieren hauptsächlich gefriergetrocknete Mahlzeiten und Getränke mithilfe des Trinkwasserspenders von Orion. Für Speisen, die Wärme benötigen, steht ein kompakter Wärmer im Aktentaschenformat zur Verfügung. Die Essenszeiten sind für Frühstück, Mittag- und Abendessen festgelegt, mit der Option auf zwei aromatisierte Getränke pro Tag, einschließlich Kaffee für diejenigen, die an Koffein gewöhnt sind.

Die Speisekarte umfasst 189 einzigartige Speisen und Getränke, darunter über 10 Getränkeoptionen, fünf scharfe Soßen, 58 Tortillas und eine Auswahl an Desserts wie Pudding, Cobbler, Kuchen, Schokolade und Kekse. Das Raumschiff wird pro Container Lebensmittel im Wert von etwa zwei bis drei Tagen transportieren, was den Astronauten in begrenztem Umfang eine gewisse Auswahl lässt.

Ein Schritt vorwärts von Apollo

Die Lebensmittelwissenschaft hat seit der Apollo-Ära erhebliche Fortschritte gemacht. Das Space-Shuttle-Programm erweiterte die Menüoptionen und die Vorbereitungsmöglichkeiten an Bord. Aufgrund des Mangels an Nachschub im Weltraum stellt Artemis 2 jedoch eine Rückkehr zu einem strengeren Ansatz dar, ähnlich wie bei frühen Langzeitmissionen.

Astronauten probierten und bewerteten während der Tests vor dem Flug Lebensmittel, um sicherzustellen, dass die Nährstoffanforderungen und Einschränkungen des Raumfahrzeugs eingehalten wurden. Die Menüs werden auf der Grundlage der Fähigkeiten von Orion in jeder Flugphase maßgeschneidert, wobei verzehrfertige Optionen beim Start und bei der Landung Vorrang haben, wenn keine vollständige Essenszubereitung möglich ist.

Mehr als nur Nahrung

Astronauten erkennen den psychologischen Wert von Mahlzeiten im Weltraum an. Christina Koch, die ein Jahr auf der ISS verbrachte, lobte die Vielfalt der rehydrierbaren Möglichkeiten. Jeremy Hansen betonte den gemeinschaftlichen Aspekt des gemeinsamen Essens und stellte fest, dass es „eine notwendige Sache ist, die man tun muss, die Sache, für die man dankbar sein sollte.“

„Das Raumschiff ist eine Umgebung, in der Lebensmittel einfach zu lagern und zuzubereiten sein müssen, das Essen ein Minimum an Aufwand erfordert und die Zubereitung mit einfachen Zutaten und Verfahren erfolgt.“

Die Artemis-2-Mission unterstreicht, dass selbst bei den technologisch fortschrittlichsten Unternehmungen der einfache Akt des Essens ein entscheidender Bestandteil des menschlichen Überlebens, des Wohlbefindens und der Gemeinschaft bleibt.

попередня статтяDas Artemis-Programm steht wegen der Gewinnung von Mondressourcen vor rechtlichen Herausforderungen