Die NASA bereitet sich auf die Artemis-II-Mission vor – einen bemannten Flug um den Mond – und markiert damit einen bedeutenden Schritt in der erneuten Anstrengung der Monderkundung. Aber hier geht es nicht nur um Wissenschaft oder Nostalgie; Es geht darum, die Führung im Weltraum zu behalten, die Geschichte der Erde zu verstehen und sich auf tiefergehende Missionen vorzubereiten. Die USA wollen die Vorherrschaft im Weltraum nicht an Konkurrenten wie China abtreten.
Der wissenschaftliche Beweis für die Rückkehr zum Mond
Der Mond ist ein natürliches Archiv der Vergangenheit des Sonnensystems. Seine von Erosion oder Leben unberührte Oberfläche bewahrt eine Aufzeichnung von Asteroideneinschlägen, die auch die Erde betrafen, hier jedoch gelöscht wurden. Die Planetenforscherin Sara Russell vom Natural History Museum in London erklärt:
„Der Mond hat diese 4,5 Milliarden Jahre alte Aufzeichnung dessen, was auf seiner Oberfläche passiert ist. Wir können sehen, wie sehr er von Einschlägen betroffen war … die auch auf der Erde passiert sind, aber wir sehen auf der Erde nicht so leicht Beweise dafür.“
Eine detaillierte Untersuchung der Mondgeologie, insbesondere in Gebieten, die von früheren Missionen wie dem Südpol unberührt blieben, kann Aufschluss darüber geben, wie sowohl die Erde als auch der Mond vor Milliarden von Jahren an Wasser gelangten. Der Südpol des Mondes ist besonders spannend, da er vermutlich reich an Wassereis ist.
Auf dem Weg zu einer Mondpräsenz
Artemis II ist die zweite Phase des ehrgeizigen NASA-Programms. Die unbemannte Artemis-I-Mission im Jahr 2022 ebnete den Weg, und Artemis II soll Systeme testen, bevor Astronauten mit Artemis III auf der Mondoberfläche landen (geplant für 2028). Die NASA stellt sich eine langfristige Präsenz auf dem Mond vor, einschließlich einer möglichen dauerhaften Basis.
Die Apollo-Missionen lieferten erste Mondproben, kratzten aber nur an der Oberfläche – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Artemis-Programm zielt auf eine umfassendere Erkundung ab, einschließlich des bisher unbesuchten Mondsüdpols.
Jenseits der Wissenschaft: Menschliche Faktoren und Ressourcenausbeutung
Bei den Artemis-Missionen geht es nicht nur um Steine und Eis; Es geht ihnen auch darum zu verstehen, wie sich die Raumfahrt auf den menschlichen Körper und Geist auswirkt. Die NASA wird Artemis II nutzen, um Daten über die Gesundheit von Astronauten im Weltraum zu sammeln.
Darüber hinaus hofft die NASA, Ressourcen wie Wassereis zu gewinnen, um auf dem Mond Trinkwasser, Sauerstoff und Raketentreibstoff zu erzeugen und so die Abhängigkeit von erdgebundenen Vorräten zu verringern. Der Mond enthält auch Seltenerdelemente und Helium-3, die für zukünftige Bergbaubetriebe wertvoll sein könnten.
Ein neues Weltraumrennen
Das Artemis-Programm findet vor dem Hintergrund eines erneuten Wettlaufs ins All statt. Während der ursprüngliche Wettbewerb im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion ausgetragen wurde, sind am heutigen Wettbewerb die USA, China, Russland und über 80 andere Nationen mit Raumfahrtprogrammen beteiligt.
Der Mond gilt heute als strategische Hochebene, die nicht nur wissenschaftliche und wirtschaftliche Vorteile, sondern auch Sicherheitsvorteile bietet. Robert Braun vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University stellt fest, dass Nationen auf dem Weg zum Mond sind, um eine Kombination aus Sicherheits-, Explorations- und Wirtschaftszielen zu erreichen.
Letztendlich geht es bei Artemis II und dem umfassenderen Artemis-Programm um mehr als nur um die Rückkehr zum Mond: Es geht darum, die Führungsrolle der USA im Weltraum zu sichern, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu erschließen, sich auf zukünftige Weltraummissionen vorzubereiten und möglicherweise Mondressourcen zu nutzen.

















