Eine Biberfamilie wurde im West Glen River in der Nähe von Grantham, Lincolnshire, in dem angeblich größten Bibergehege Englands wieder angesiedelt. Diese Initiative ist Teil eines langfristigen ökologischen Sanierungsprojekts, das auf die Wiederbelebung des Flusses und der umliegenden Feuchtgebiete abzielt.
Das Ziel: Wiederherstellung eines natürlichen Ökosystems
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der West Glen River für die landwirtschaftliche Entwässerung stark verändert, was zu einem begradigten und vertieften Kanal führte. Durch die Einführung von Bibern soll ein Teil dieser Schäden behoben werden, indem den Tieren ermöglicht wird, den Fluss auf natürliche Weise umzugestalten. Biber sind als „Ökosystemingenieure“ bekannt, weil ihr Dammbauverhalten Feuchtgebiete schafft, die wiederum eine größere Vielfalt an Pflanzen- und Tierleben beherbergen.
Das 200 Hektar große Gehege ist mit 6.000 Metern Spezialzäunen gesichert und verfügt über künstliche Hütten, die von Freiwilligen der Gemeinde errichtet wurden. Claire Barrett von Nattergal, dem Unternehmen, das das Projekt leitet, erklärte, dass die Biber „einen erstaunlichen Komplex von Feuchtgebietslebensräumen schaffen“ würden, von dem zahlreiche Arten profitieren würden.
Warum Biber wichtig sind: Mehr als nur Dämme
Bei der Freilassung geht es nicht nur um die Wiedereinführung einer Art; Es handelt sich um einen strategischen Schritt zur Verbesserung der Gesundheit und Widerstandsfähigkeit des Flusses. Biberdämme helfen dabei:
- Langsamer Wasserfluss : Reduziert das Risiko von Überschwemmungen flussabwärts.
- Wasser filtern : Verbesserung der Wasserqualität durch Einfangen von Sedimenten.
- Lebensräume schaffen : Unterstützung von Fischen, Vögeln, Fledermäusen und anderen Wildtieren.
Dr. Roisin Campbell-Palmer vom Beaver Trust, der die Umsiedlung aus Schottland ermöglichte, stellte fest, dass die Tiere sofort damit begannen, ihre neue Umgebung zu erkunden. „Sie sind ins Wasser geglitten, haben viel getaucht … sofort haben sie sie untersucht“, sagte sie und bezog sich dabei auf die künstlichen Hütten.
Die lange Sicht: Restaurierung und öffentlicher Zugang
Das im Jahr 2021 gestartete Projekt ist auf Langfristigkeit ausgelegt. Die Landschaft wird sich im Laufe der Jahre weiterentwickeln, wenn die Biber den Fluss umgestalten. Ab 2026 sollen geführte Touren beginnen, bei denen Besucher die Möglichkeit haben, die natürliche technische Arbeit der Tiere zu beobachten. Sichtungen dürften jedoch aufgrund der nachtaktiven Gewohnheiten der Biber selten sein.
Die Wiederansiedlung von Bibern ist Teil eines wachsenden Trends bei „Rewilding“-Initiativen im gesamten Vereinigten Königreich. Diese Projekte erkennen an, dass das Ablaufen natürlicher Prozesse oft zu effektiveren und nachhaltigeren Ergebnissen führen kann als herkömmliche technische Ansätze. Der Erfolg dieses Projekts könnte als Modell für ähnliche Sanierungsbemühungen anderswo dienen.
Die Transformation des West Glen River wird sich im Laufe der Zeit vollziehen, aber die ersten Schritte wurden unternommen, um ein lebenswichtiges Ökosystem wiederherzustellen und die Kraft naturbasierter Lösungen zu demonstrieren.

















