Globale Algenblüten signalisieren große Ozeanverschiebung

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Die rasche Ausbreitung der Algenblüten weltweit weist auf eine grundlegende Veränderung der Meeresökosysteme hin, die durch Klimawandel und Umweltverschmutzung verursacht wird. Wissenschaftler warnen, dass dieser „Regimewechsel“ das Meerwasser verdunkeln, das Leben im Meer verändern und sogar den Klimawandel beschleunigen könnte.

Exponentielles Wachstum der Algenblüten

Untersuchungen der University of South Florida zeigen, dass die Algenblüten im tropischen Atlantik und im Westpazifik in den letzten zwei Jahrzehnten um durchschnittlich 13,4 % pro Jahr zugenommen haben. Die dramatischsten Anstiege waren nach 2008 zu verzeichnen und markierten eine deutliche Beschleunigung dieses Trends.

Vor 2008 waren großflächige Makroalgenblüten selten und hauptsächlich auf die Sargassosee beschränkt. Mittlerweile treten überall auf der Welt gewaltige Blüten auf – darunter auch der vom Weltraum aus sichtbare Große Atlantische Sargassum-Gürtel, der sich vom Golf von Mexiko bis zur Küste Afrikas erstreckt. Weitere bedeutende Blüten wurden in der Nähe von Neuseeland und vor der Küste Floridas beobachtet.

Wie Wissenschaftler den Wandel verfolgten

Mithilfe künstlicher Intelligenz analysierten Forscher von 2003 bis 2022 über 1,2 Millionen Satellitenbilder und identifizierten Schwebealgen mit einem Deep-Learning-Modell. Dieser Prozess lieferte das erste umfassende globale Bild dieser Blüten.

Die Studie stellte auch fest, dass Mikroalgen (Phytoplankton) zwar mit einer langsameren Rate von 1 % pro Jahr zunahmen, das Wachstum von Makroalgen wie Sargassum jedoch besonders explosionsartig war, insbesondere seit 2010. Dies deutet darauf hin, dass größere Algenarten besser an die jüngsten Erwärmungstrends und Nährstoffverschmutzung angepasst sind.

Warum das wichtig ist: Ein Regimewechsel in Aktion

Der Wandel hin zu einem „Makroalgen-reichen Ozean“ ist nicht nur eine ökologische Veränderung; es hat weitreichendere Auswirkungen:

  • Lichtblockade: Dichte Algenmatten blockieren das Sonnenlicht und stören die Unterwasserökosysteme.
  • Kohlenstoffbindung: Zersetzende Algen absorbieren zunächst Kohlenstoff und können ihn dann wieder in die Atmosphäre abgeben.
  • Biogeochemie des Ozeans: Veränderungen in der Algenzusammensetzung wirken sich auf Nährstoffkreisläufe und die Wasserchemie aus.
  • Klima-Feedback: Verdunkelte Gewässer absorbieren mehr Wärme, was möglicherweise den Klimawandel verschlimmert.

Die Forscher betonen, dass es sich bei diesen Veränderungen nicht um isolierte Ereignisse, sondern um eine systemische Verschiebung handelt, wobei in den Jahren 2008, 2011 und 2012 Kipppunkte identifiziert wurden. Dies deutet darauf hin, dass die Meeresbedingungen nun grundlegend anders sind und das Wachstum von Makroalgen begünstigen.

Die in Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf zur Eindämmung des Klimawandels und zur Reduzierung der Nährstoffbelastung. Die Ausbreitung der Algenblüten ist ein deutliches Warnsignal dafür, dass die Ökosysteme der Ozeane einen dramatischen Wandel durchlaufen.

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