Flüssiger Stickstoffcocktail reißt den Magen des Mannes auf: Eine Fallstudie

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Ein 34-jähriger Mann in Mexiko erlitt eine lebensgefährliche Verletzung, nachdem er ein mit flüssigem Stickstoff angereichertes alkoholisches Getränk konsumiert hatte. Der Vorfall verdeutlicht die extremen Gefahren eines unsachgemäßen Umgangs mit kryogenen Substanzen bei der Zubereitung von Speisen und Getränken.

Rasche Verschlechterung und erste Symptome

Innerhalb von Sekunden nach dem Trinken des „rauchigen“ Cocktails verspürte der Patient starke Bauchschmerzen. Er wurde sofort in die Notaufnahme eingeliefert und zeigte Symptome wie starkes Schwitzen, Lethargie, eine gefährlich erhöhte Herzfrequenz (124 Schläge pro Minute gegenüber normalen 60–100 Schlägen pro Minute), schnelle Atmung und einen kritisch niedrigen Blutdruck. Seine Körpertemperatur sank auf 35,4 °C.

Die Ärzte stellten eine weitverbreitete Druckempfindlichkeit im Unterleib fest, was darauf hindeutet, dass das Problem nicht wie typische organspezifische Schmerzen (z. B. Blinddarmentzündung) lokalisiert war. Der Patient bestätigte, dass das Getränk flüssigen Stickstoff enthielt, was die Ärzte dazu veranlasste, einen sofortigen Magendurchbruch zu vermuten.

Die Physik der Verletzung

Flüssiger Stickstoff dehnt sein Volumen etwa um das 700-fache aus, wenn er sich erwärmt und gasförmig wird. Bei -196 °C (-351 °F) kann der extreme Temperaturunterschied zwischen der Flüssigkeit und dem menschlichen Körper zu einer schnellen Expansion führen, wodurch der Magen praktisch wie ein überfüllter Ballon platzt.

Die diagnostische Untersuchung mittels Bauchperkussion ergab einen vollständig trommelfellgefüllten (luftgefüllten) Bauch, selbst in Bereichen, in denen flüssige oder feste Organe dumpfe Geräusche erzeugen sollten. Dies deutete auf eine vollständige Perforation hin. CT-Scans bestätigten das Vorhandensein von Pneumoperitoneum – eingeschlossenem Stickstoffgas oberhalb des Magens und unterhalb der Lunge.

Chirurgischer Notfalleingriff

Die Ärzte führten einen minimalinvasiven Eingriff durch: einen Schlüssellochschnitt, um das Stickstoffgas freizusetzen, gefolgt von einer Laparoskopie, um den Bruch zu identifizieren und zu reparieren. Eine 1,2 Zoll (3 cm) große Perforation wurde mit Fettgewebe von einer anderen Stelle im Bauch des Patienten vernäht. Bemerkenswerterweise erholte sich der Patient schnell und konnte nach drei Tagen mit flüssiger Diät entlassen werden.

Der Leidenfrost-Effekt und mögliche Verbrennungen

Der Patient blieb zwar von schweren Kälteverbrennungen verschont, doch der Konsum von flüssigem Stickstoff birgt dieses Risiko. Das als Leidenfrost-Effekt bekannte Phänomen schützte wahrscheinlich seinen Mund, seine Speiseröhre und seinen Magen: Eine sofortige Verdampfungsschicht isolierte das darunter liegende Gewebe vor der extremen Kälte und verhinderte so ein sofortiges Erfrieren und Schäden.

Sichere Verwendung von flüssigem Stickstoff bei der Lebensmittelzubereitung

Flüssiger Stickstoff ist ein legitimes Hilfsmittel in der Lebensmittelwissenschaft. Durch das Schockgefrieren bleibt die Proteinstruktur im Fleisch erhalten und der Geschmack von Meeresfrüchten wirksamer als bei herkömmlichen Methoden. Allerdings muss es vor dem Verzehr vollständig verdunsten.

Die Gefahr entsteht, wenn flüssiger Stickstoff für Theateraufführungen (z. B. rauchige Cocktails) verwendet und vor der vollständigen Verdampfung konsumiert wird. Die Lektion ist klar: Warten Sie, bis sich die Wolke auflöst, bevor Sie trinken oder essen.

Der Vorfall unterstreicht die dringende Notwendigkeit strenger Sicherheitsprotokolle bei kulinarischen Anwendungen extrem kryogener Substanzen. Missbrauch kann zu katastrophalen inneren Verletzungen führen, doch die gleiche Substanz verbessert bei richtiger Handhabung die Lebensmittelqualität und -konservierung.

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