Killerwale an der Westküste: Zwei unterschiedliche Gemeinschaften enthüllt

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Neue Forschungen haben bestätigt, dass transiente Schwertwale an der Westküste, die für ihre Vorliebe für Säugetierbeute bekannt sind, in zwei unterschiedlichen Subpopulationen existieren – den inneren Küsten- und den äußeren Küstentransienten. Die in PLOS One veröffentlichte Studie analysiert 16 Jahre lang Daten von über 2.200 Begegnungen, stellt frühere Annahmen über diese Population in Frage und bietet Einblicke in ihr Verhalten und ihre Lebensraumpräferenzen.

Unterschiedliche Jagdstile und Lebensräume

Jahrelang vermuteten Wissenschaftler eine Spaltung innerhalb dieser Killerwalgruppe an der Westküste, doch diese Studie liefert konkrete Beweise. Die Forscher fanden heraus, dass sich diese beiden Subpopulationen in ihren Jagdstrategien, bevorzugten Lebensräumen und der Beuteauswahl deutlich unterscheiden.

Die Durchreisenden an der inneren Küste – sie zählen etwa 350 Tiere – werden als „Stadtbewohner“ bezeichnet. Sie sind geschickt darin, durch das komplexe Netzwerk küstennaher Buchten, Buchten und geschützter Wasserstraßen zu navigieren, und jagen normalerweise in kleinen Gruppen von etwa fünf Walen. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleineren Meeressäugetieren wie Seehunden und Schweinswalen, und sie werden im Allgemeinen in flacheren Gewässern in einem Umkreis von sechs Kilometern um die Küste beobachtet.

Im Gegensatz dazu ähneln die Durchreisenden an der Außenküste, eine Population von etwa 210 Walen, „Bewohnern des Hinterlandes“. Sie gedeihen in den tiefen Unterwasserschluchten und rauem Gelände am Rand des Festlandsockels und wagen sich oft bis zu 120 Kilometer von der Küste entfernt. Diese Wale legen beträchtliche Entfernungen zurück und jagen größere Beutetiere, darunter kalifornische Seelöwen, nördliche Seeelefanten, Grauwalkälber und pazifische Weißseitendelfine. Normalerweise jagen sie in Gruppen von etwa neun Walen.

Die Analyse sozialer Netzwerke liefert wichtige Erkenntnisse

Um das Verhalten dieser unterschiedlichen Gruppen zu verstehen, verwendete das Forschungsteam eine Technik der „Analyse sozialer Netzwerke“. Anhand von Fotos aus wissenschaftlichen Untersuchungen und öffentlichen Sichtungen konnten sie einzelne Orcas identifizieren und ihre Interaktionen kartieren.

„Wir haben im Wesentlichen Freundschaftskarten erstellt, um zu sehen, welche Wale Zeit miteinander verbrachten, und haben uns dann angeschaut, wo sie gesehen wurden, um herauszufinden, ob sie sich in bestimmten Gegenden aufhielten“, erklärte Co-Autor Dr. Andrew Trites, IOF-Professor und Direktor der Marine Mammal Research Unit.

Diese Analyse ergab, dass die beiden Subpopulationen selten interagieren und sich in weniger als einem Prozent der beobachteten Begegnungen vermischen. Selbst wenn sie sich begegnen, können die Interaktionen ungewöhnlich sein.

„Ich habe beobachtet, dass Transienten an der Außenküste sich seltsam in der Nähe von Tieren an der Innenküste verhalten“, erklärte Josh McInnes, der Erstautor der Studie und Mitbegründer der Oceanic Research Alliance. „Eine der Sichtungen berichtete von einer Gruppe einzelner männlicher Orcas an der Außenküste, die sich gegenseitig mit ihren Rückenflossen schlugen und auf Weibchen an der Innenküste zustürmten.“

Potenzielle Faktoren, die die Einzigartigkeit vorantreiben

Die in den beiden Subpopulationen beobachteten Unterschiede sind wahrscheinlich auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen, darunter ihre einzigartigen Lebensräume und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten. Die Jagdgebiete beider Gruppen überschneiden sich von Südost-Alaska bis Südkalifornien, die Populationen bleiben jedoch weitgehend getrennt. Auch menschliche Einflüsse auf das Ökosystem, etwa das Töten und Ernten wichtiger Beutearten, können bei der Entstehung dieser Unterschiede eine Rolle spielen.

Implikationen für die Erhaltung

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen, wie wichtig es ist, Erhaltungs- und Bewirtschaftungsstrategien auf die spezifischen Bedürfnisse jeder Subpopulation abzustimmen.

„Um sie zu schützen, bedarf es mehr als eines einheitlichen Ansatzes“, betonte Dr. Trites. „Jeder braucht einen maßgeschneiderten Plan, der seine individuellen Bedürfnisse und die spezifischen Bedrohungen widerspiegelt, denen er ausgesetzt ist.“

Darüber hinaus vermuten die Forscher, dass es in Offshore-Gewässern möglicherweise noch mehr Subpopulationen vorübergehender Killerwale gibt, die über die derzeitigen Untersuchungsmöglichkeiten hinausgehen. Dies unterstreicht den grenzüberschreitenden Charakter dieser großartigen Kreaturen und die Notwendigkeit gemeinsamer, differenzierter Schutzbemühungen über Grenzen hinweg, um ihr Überleben zu sichern

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