Klimawissenschaft aus dem Referenzhandbuch der Richter entfernt

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Eine Bundesbehörde hat stillschweigend ein Kapitel über Klimawissenschaften aus einem wichtigen Nachschlagewerk entfernt, das von Richtern in den Vereinigten Staaten verwendet wird. Diese Entscheidung folgt dem Druck einer Koalition von 27 republikanischen Generalstaatsanwälten, die sich offiziell über die Aufnahme des Kapitels beschwerten. Das vom Federal Judicial Center (FJC) herausgegebene Handbuch soll Richtern bei der Bewältigung komplexer wissenschaftlicher Fragen helfen, die sich vor Gericht stellen.

Zunehmende Klimarechtsstreitigkeiten und die Notwendigkeit wissenschaftlichen Verständnisses

Der Schritt erfolgt, da klimabezogene Rechtsstreitigkeiten vor US-Gerichten stark zunehmen. Richter werden zunehmend damit beauftragt, Streitigkeiten beizulegen, bei denen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel von entscheidender Bedeutung sind. Das FJC-Handbuch lieferte den Richtern zuvor wesentliche Hintergrundinformationen zur Wissenschaft hinter der globalen Erwärmung, ihren Ursachen und beobachteten Auswirkungen. Durch die Streichung dieses Kapitels haben Juristen weniger direkten Leitfaden zu einem schnell wachsenden Rechtsgebiet.

Die Chevron-Referenz und die erhöhte gerichtliche Belastung

Der Zeitpunkt der Entfernung ist von Bedeutung. Im Jahr 2024 hob der Oberste Gerichtshof das Prinzip der „Chevron-Referenz“ auf, das es Gerichten in der Vergangenheit erlaubte, sich in wissenschaftlichen Angelegenheiten auf die Expertise von Bundesbehörden zu verlassen. Dieses Urteil hat den Richtern eine größere Verantwortung für die unabhängige Beurteilung wissenschaftlicher Beweise übertragen. Das Fehlen des Kapitels „Klimawissenschaft“ im FJC-Handbuch verschärft diese Belastung nun.

Mangelnde Transparenz

Der FJC-Direktor, Richter Robin L. Rosenberg, bestätigte die Streichung des Kapitels in einem Brief an den Generalstaatsanwalt von West Virginia, John B. McCuskey, der die Korrespondenz öffentlich veröffentlichte. Es wurde keine weitere Erklärung abgegeben und die Agentur lehnte eine Stellungnahme zu der Entscheidung ab. Die Entfernung erfolgte aus der digitalen Version des Handbuchs und wirft Fragen auf, wie Richter über diese Änderung informiert werden und ob auch gedruckte Kopien aktualisiert werden.

Die Entscheidung, dieses Kapitel zu streichen, ist ein klares Signal für den wachsenden politischen Einfluss auf die im Justizsystem verwendeten wissenschaftlichen Ressourcen. Da Klimarechtsstreitigkeiten immer weiter zunehmen, stehen Richter zunehmend unter Druck, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte zu verstehen, ohne auf ein spezielles, von der Bundesregierung unterstütztes Nachschlagewerk zurückgreifen zu müssen.

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