South Carolina erlebt mit 789 bestätigten Fällen Ende Januar 2026 den größten Masernausbruch seit Jahrzehnten. Dieser Anstieg übertrifft den Ausbruch in Texas im Jahr 2025 (762 Fälle), bei dem auf tragische Weise zwei Kinder ums Leben kamen, obwohl in South Carolina bisher keine Todesfälle gemeldet wurden. Die aktuelle Krise unterstreicht ein wachsendes Risiko für die öffentliche Gesundheit und gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich der Fähigkeit der USA, den Status der Maserneliminierung aufrechtzuerhalten.
Das Epizentrum und die beitragenden Faktoren
Der Ausbruch konzentriert sich auf den Spartanburg County, wo die Impfraten unter Studenten besonders niedrig sind. Das South Carolina Department of Public Health (DPH) berichtet, dass seit Oktober 2025 18 Personen aufgrund von Komplikationen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, wobei weitere Fälle medizinische Versorgung, aber keinen Krankenhausaufenthalt erforderten. Die überwiegende Mehrheit der Infektionen ereignen sich bei ungeimpften Personen: 695 der 789 Fälle betreffen ungeimpfte Personen, 14 haben nur eine Dosis erhalten und 20 sind vollständig geimpft.
Dieses Muster unterstreicht die entscheidende Bedeutung einer vollständigen Impfung, obwohl selbst die Zwei-Dosen-Impfung (97 % wirksam) nicht narrensicher ist. Die geringe Wahrscheinlichkeit von Durchbruchinfektionen unterstreicht, warum Herdenimmunität unerlässlich ist – der Schutz der gesamten Gemeinschaft durch Begrenzung der Virusausbreitung. Im Gegensatz zu natürlichen Infektionen minimiert die Impfung das Risiko einer schweren Erkrankung oder des Todes.
US-Eliminierungsstatus gefährdet
Die USA könnten bald ihren Masern-Eliminierungsstatus verlieren, eine Auszeichnung, die verliehen wird, wenn ein Land seit mindestens einem Jahr keine anhaltende lokale Übertragung meldet. US-Beamte werden sich im April 2026 mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation treffen, um festzustellen, ob das Land diesen Maßstab tatsächlich nicht erreicht hat. Wenn ja, schließen sich die USA Ländern wie Großbritannien und Kanada an, die ihren Status aufgrund sinkender Impfraten bereits verloren haben.
CDC-Reaktion und zugrunde liegende Trends
Trotz der alarmierenden Ausbruchszahlen äußerte Dr. Ralph Abraham vom CDC Mitte Januar wenig Besorgnis und deutete an, dass importierte Fälle von Reisenden für den Anstieg verantwortlich seien. Diese Perspektive übersieht jedoch die Tatsache, dass eine anhaltende lokale Übertragung den Eliminationsstatus definiert. In einem Land kann es immer noch zu importierten Fällen kommen, aber die anhaltende Ausbreitung innerhalb seiner Grenzen deutet darauf hin, dass die Krankheit nicht unter Kontrolle gebracht werden kann.
Der Kontrast zwischen den aktuellen Zahlen und der Vergangenheit ist stark. Im Jahr 2000, dem Jahr, in dem die USA für masernfrei erklärt wurden, gab es landesweit nur 85 Fälle. Bis 2025 stieg diese Zahl auf 2.255. Da South Carolina im Jahr 2026 bereits Hunderte von Fällen meldet, sind die USA auf dem besten Weg, diese Zahlen sogar zu übertreffen.
Das Wiederaufleben von Masern in den USA ist eine direkte Folge sinkender Impfraten und unterstreicht die Verwundbarkeit der öffentlichen Gesundheit, wenn Präventionsmaßnahmen untergraben werden.
Die aktuelle Situation erfordert eine erneute Konzentration auf Impfbemühungen und eine Neubewertung der Strategien für die öffentliche Gesundheit, um weitere Ausbrüche zu verhindern und den hart erkämpften Eliminierungsstatus des Landes zu schützen.
