Wie Pyrolyse Abfall in Energie umwandelt, ohne ihn zu verbrennen

3

Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen dem Verbrennen von Holz und dem Erhitzen, bis es zerfällt. Brennen ist Verbrennung. Es braucht Sauerstoff. Es entsteht Asche, Rauch und Hitze. Pyrolyse ist anders. Dabei handelt es sich um eine chemische Zersetzung, die durch Hitze in einer sauerstofffreien (oder nahezu sauerstofffreien) Umgebung vorangetrieben wird.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Wenn Sie etwas verbrennen, reagieren Sie mit Luft. Wenn Sie es pyrolysieren, kochen Sie es auseinander. Der Prozess beginnt in dem Moment, in dem Sie Wärme anwenden. Es ist der erste Schritt bei der Vergasung und Verbrennung, aber es ist eine eigenständige Methode zur Verarbeitung organischer, kohlenstoffbasierter Materialien.

Die Mechanik von Hitze und Abwesenheit

Die Pyrolysegeschwindigkeit steigt mit steigenden Temperaturen. Industriebetriebe erreichen oft Temperaturen über 430 °C (ca. 800 °F). Bei kleineren, heikleren Vorgängen könnten wesentlich niedrigere Temperaturen zum Einsatz kommen. Das Ziel ist dasselbe: molekulare Bindungen aufzubrechen, ohne Sauerstoff einzuführen.

Das Ergebnis ist eine Mischung aus drei unterschiedlichen Produkten. Es entstehen gasförmige Bestandteile. Es entsteht ein fester Rückstand aus Kohlenstoff und Asche. Und Sie erhalten eine Flüssigkeit, die als Pyrolyseöl oder Bioöl bekannt ist. Manchmal wird diese Flüssigkeit auch als Teer bezeichnet.

Zwei historische Beispiele definieren hier einen Großteil unseres Verständnisses. Wenn man Holz ohne Sauerstoff erhitzt, erhält man Biokohle, eine Form von Holzkohle. Wenn man Kohle erhitzt, entsteht Koks. Koks dient als Industriebrennstoff und Hitzeschild. Bei beiden handelt es sich um stabile Feststoffe, die zurückbleiben, nachdem die flüchtigeren Teile als Gas oder Öl ausgetrieben wurden.

Reinigung von Verunreinigungen

Bei der Pyrolyse geht es nicht nur um die Herstellung von Kraftstoff. Es ist ein leistungsstarkes Werkzeug zum Aufräumen von Unordnung. Insbesondere geht es um den Umgang mit organischen Verunreinigungen.

Der Prozess funktioniert auf zwei Arten. Zuerst kommt die Zerstörung. Durch die Hitze werden komplexe organische Verunreinigungen in Verbindungen mit niedrigerem Molekulargewicht zerlegt. Zweitens ist die Entfernung. Die Schadstoffe werden von dem durch sie verunreinigten Material getrennt, auch wenn sie nicht vollständig zerstört werden.

Dies ist nützlich für Stoffe, die unter Hitze „aufplatzen“ oder sich zersetzen. Paradebeispiele sind polychlorierte Biphenyle (PCB), Dioxine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Durch die Pyrolyse werden diese gefährlichen organischen Moleküle zerlegt.

Es funktioniert nicht bei allem. Anorganische Materialien wie Metalle können mit dieser Methode nicht entfernt oder zerstört werden. Durch die Pyrolyse können diese Metalle jedoch inertisiert und stabilisiert werden, sodass sie nicht in die Umwelt gelangen.

Reifen und Schlamm

Bei Umweltanwendungen wird die Technologie praktisch. Denken Sie an Fahrzeugreifen. Sie stellen ein massives Deponieproblem dar. Viele Regionen haben mit der Lautstärke zu kämpfen. Bei der Verbrennung in herkömmlichen Verbrennungsanlagen geben Reifen PAKs und Schwermetalle in die Luft ab.

Pyrolyse bietet einen saubereren Weg. Indem Sie Reifen ohne Sauerstoff erhitzen, zerlegen Sie sie in drei nützliche Ströme. Man erhält Gas und Öl, die als Treibstoff dienen können. Es entsteht Ruß. Dieser feste Rückstand ist wertvoll. Es dient als Füllstoff in neuen Gummiprodukten. Es funktioniert in Filtern. Es wird in Brennstoffzellen eingesetzt.

Ein weiteres Ziel ist Klärschlamm. Bei der Abwasserbehandlung bleiben halbfestes Material zurück, das reich an Nährstoffen, aber auch Schadstoffen ist. Durch Pyrolyse können organische Schadstoffe wie synthetische Hormone aus diesem Schlamm entfernt werden. Es neutralisiert auch Schwermetalle. Das Ergebnis ist ein Material, das sicher als Dünger verwendet werden kann.

Biomasse und Bioöl

Das Versprechen für grüne Technologie liegt in der Biomasse. Biologische Materialien wie Holz, Zuckerrohr und andere Nutzpflanzen sind ein potenzieller Ersatz für erdölbasierte Energie.

Biomasse ist komplex. Es enthält Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Pyrolyse greift diese Strukturen an. Durch die Hitze zerfallen Zellulose und Hemizellulose. Auch ein Teil des Lignins wird abgebaut. Diese kleineren Moleküle treten als Gas aus.

Wenn Sie das Gas abkühlen, kondensiert es. Es wird Bioöl. Die verbleibende Masse – hauptsächlich das Lignin, das nicht verdampft ist – bleibt als feste Pflanzenkohle zurück. Es entstehen auch nicht kondensierbare Gase.

Durch diesen Prozess entsteht aus landwirtschaftlichen Abfällen eine flüssige Kraftstoffquelle. Es entsteht eine feste Kohlenstoffsenke in Form von Pflanzenkohle. Es erzeugt Gas zur Energiegewinnung. Alles ohne Verbrennung der Biomasse im herkömmlichen Sinne.

Die Chemie ist einfach. Die Anwendungen sind riesig. Wir nehmen Dinge, die wir normalerweise wegwerfen oder verbrennen, und verwandeln sie durch Hitze und Stille in Ressourcen. Der Rest hängt davon ab, wie wir es skalieren.

попередня статтяWeißstorchzug: Warum diese Rastplätze überlebenswichtig sind