DNA klärt das Medici-Todesgerücht

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Gift. Das war die Geschichte. Das Flüstern des Windes im Italien des 16. Jahrhunderts. Die Medici-Familie? Tot durch Arsen. Von Verwandten ermordet. Es passte zum Drama. Der Reichtum. Die Macht. Doch Archäologen untersuchten die Knochen. Sie haben die DNA sequenziert. Und die Wahrheit ist weniger scharf, eher fieberhaft.

Die Familie, die Rom finanzierte

Zunächst etwas Kontext. Die Medici waren nicht nur reich. Sie bauten die größte Bank Europas. Im 16. Jahrhundert verwandelten sie Geld in Macht. Vier Päpste. Zwei französische Königinnen. Eine Dynastie, die die Renaissance selbst prägte. Sie haben Michelangelo bezahlt. Sie finanzierten Künstler. Sie waren unantastbar. Zumindest schien es so.

Dann begann das Fieber.

Unter Cosimo I., dem Großherzog der Toskana, wurde der Stammbaum stark beschnitten. Fünfundzwanzig Jahre. Mindestens fünf Verwandte sind verschwunden. Alles zu hohem, brennendem Fieber. Gerichtsärzte nannten es „Tertian-Fieber“. Moderne Mediziner würden das Symptom erkennen. Hohe Hitze. Rückkehr jeden dritten Tag. Klassische Malaria. Aber den Leuten gefiel eine bessere Erzählung. Gift. Verrat.

Zwei Brüder. Ein Test.

Wissenschaftler wollten es genau wissen. Also gruben sie zwei von Cosimos Söhnen aus. Kardinal Giovanni. Großherzog Francesco I. Beide tot. Beide berühmt. Die Forscher, ein Team aus Yale, der Universität Pisa und anderswo, extrahierten alte DNA aus ihren Überresten. Die am 17. Juni in iScience veröffentlichte Studie hatte ein einfaches Ziel, ein komplexes Ergebnis.

Sind sie an Gift gestorben?

Nein.

Die DNA schrie Plasmodium falciparum. Der Parasit, der die schlimmste Malaria verursacht. Übertragen durch Mücken. Gedeiht in den Sümpfen rund um Florenz.

„Jetzt können wir mit wissenschaftlicher Sicherheit sagen, dass Malaria … Großherzog Francesco de‘ Medici getötet hat.“ — Valentina Giuffra, Medizinhistorikerin, Universität Pisa

Die Knochen erzählten die ganze Geschichte. Gerichtsakten erwähnten Aderlass? Das war gegen Fieber. Die Parasiten waren da. In der Knochenmatrix. Ich habe fünf Jahrhunderte darauf gewartet, dass ein Labor sie liest.

Mehr als ein Fehler

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Großherzog Francesco? Er hatte ein doppeltes Problem. P. falciparum. Plus Plasmodium malariae. Ein weiterer Malariaparasit. Eine Mischung. Ein schwerer Schlag. Dies erklärt, warum er und seine Frau 1587 so schnell starben. Den Gerüchten zufolge tötete Bruder seinen Bruder. Die Wissenschaft besagt, dass Bruder und Frau an demselben Sumpfvirus gestorben sind.

Kardinal Giovanni starb früher. Im Jahr 1562. Alter 19. Er hatte nur P. falciparum. Aber diese Sorte war seltsam. Einzigartig. Mutiert auf eine Weise, die Wissenschaftler noch nie gesehen hatten. Natürlich ähnlich wie alte europäische Sorten. Aber zwei genetische Veränderungen stachen hervor. Neu. Unbekannt.

Evolution in den Knochen

Warum ist uns der Parasit eines toten Herzogs heute wichtig?

Alexander Ochoa, Evolutionsbiologe an der Yale, sieht ein Fenster.

„Die Untersuchung antiker DNA bietet … ein Fenster zum Verständnis der Evolution … was Wissenschaftlern helfen kann, besser zu verstehen, wie … sich Krankheitserreger anpassen.“

Malaria entwickelt sich. Es ändert sich. Es versteckt sich in der Geschichte. Durch das Auslesen dieser Mutationen können Forscher verfolgen, wie sich der Parasit über Jahrhunderte angepasst hat. Wie es Europa überlebte. Wie es sich jetzt verhalten könnte.

Es handelt sich nicht nur um einen gelösten Kaltfall. Es ist eine Zeitleiste. Von Krankheit. Vom Überleben. Die Medici starben nicht durch einen Dolchstoß. Sie starben in der Hitze. Im Sumpf.

Und wir untersuchen immer noch den Fehler, der das verursacht hat. 🦟

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