Dave wacht auf. Er schaltet die Lokalnachrichten ein. Im Pausenraum schaut er sich weitere Ausschnitte an. Er kommt nach Hause und singt aufgezeichnete Komödien, Dramen und Reality-Shows. Fünf Stunden am Tag. Mit 65 sind es fast acht Stunden.
Dave ist dir wahrscheinlich egal. Aber wenn es sich um eine Nielsen-Familie handelt, bestimmt sein Geschmack, was Sie als nächstes sehen.
Nielsen misst, was die Leute sehen. Es misst, was sie hören. Es verfolgt sogar Einkäufe. Diese Daten bestimmen die Bewertungen. Bewertungen entscheiden darüber, ob eine Show überlebt oder stirbt.
Das System basiert auf Zufallsstichproben. Diese Haushalte werden „Nielsen-Familien“ genannt. Sie repräsentieren das breitere Zuschauerpublikum. Im Jahr 2015 gab es rund 116,3 Millionen Fernsehhaushalte. Darunter waren fast 296 Millionen Menschen im Alter von zwei Jahren und älter.
Daves DVR ist für Live+3-Bewertungen am wichtigsten. Bei diesen Zahlen handelt es sich um Sendungen, die innerhalb von drei Tagen nach der Erstausstrahlung gesehen wurden. Die Welt verändert sich jedoch. Die Leute fressen. Sie verzögern. Das aktuelle Modell kann möglicherweise nicht mithalten.
Wenn Dave die gesamte vorherige Staffel von „The Americans“ sieht, zählt das nicht. Warum? Weil diese Folgen schon vor Wochen ausgestrahlt wurden. Live+3 ist ein zu kurzes Fenster. Es fehlt die eigentliche Angewohnheit, aufzuholen.
Andere Metriken versuchen, dies zu beheben. Live+7 sieht ein Sieben-Tage-Fenster vor. Für die verzögerte Anzeige könnte es genauer sein. Aber nur, wenn die Sendung innerhalb dieser Woche gesehen wird. Es gibt auch Live+SD. Die Sendungen dieses Titels wurden am selben Tag aufgenommen und angesehen.
Nielsen praktiziert dies seit den 1950er Jahren. Arthur Nielsen gründete das Unternehmen. Es begann als Marktanalyse. Jetzt handelt es sich um eine globale Informationsmessung.
Kritiker behaupten, das System sei kaputt. Sie sagen, Binge-Watching auf Hulu sollte zählen. Auch Streaming auf Abruf sollte zählen. Nielsen fängt einiges davon ein. Es verfolgt „Online-Zuschauer“. Das Gewicht ist allerdings gering.
Schauen Sie sich die Zahlen an. Eine Netflix-Show mit 15 Millionen wöchentlichen Zuschauern. Es hat nur 1,5 Millionen Live-Aufrufe. Die Quote übertrifft kaum eine Show mit nur 1,5 Millionen Live-Zuschauern. Die Auswirkungen sind minimal.
Ist Ihnen das wichtig? Es sollte. Ihre Sehgewohnheiten sind Datenpunkte. Doch die Definition von „Sehen“ steckt in der Vergangenheit fest. Daves Gewohnheiten sind modern. Die Metriken sind es nicht.
„Live+3-Bewertungen berücksichtigen die DVR-Wiedergabe, was für Bewertungs-Follower in einer Binge-Watching-Welt von erhöhtem Interesse ist.“
Die Kluft wird größer. Streaming-Dienste wachsen. Traditionelle Ratings hinken hinterher. Wer gewinnt? Nicht unbedingt der Betrachter. Nicht unbedingt der Ersteller. Das System versucht sich anzupassen. Langsam.
Dave schaut weiter zu. Das Rating-Update. Der Zyklus geht weiter. Bis jemand die Regeln ändert.















