Wir stellen uns den Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren immer als Standbildkatastrophe vor. Ein globaler Winter. Dunkelheit. Kalt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.
Neue Forschungsergebnisse der Purdue University und der University of CU Boulder legen nahe, dass der Himmel nicht einfach nur dunkel wurde. Es wurde tödlich heiß.
Warum es beim K-Pg-Aussterben nicht nur um den Winter ging
Vor etwa 66 Millionen Jahren prallte ein riesiger Raumbrocken auf die heutige Halbinsel Yucatan in Mexiko. Die Stadt Chicxulub liegt direkt an der Kraterstelle.
Die freigesetzte Energie? Ungefähr 10^{23}$ Joule. Das ist eine Zahl, die das menschliche Gehirn kaputt macht. Genug, um Mega-Tsunamis und Erdbeben auszulösen, die die heutigen Erschütterungen wie einen Herzschlag wirken lassen würden. Das Loch, das zurückbleibt? Zwischen 180 und 200 Kilometer breit.
Dieses Ereignis löschte 75 % des Lebens aus. Dinosaurier? Gegangen. Ammoniten? Ausgestorben. Doch jahrzehntelang stritten Wissenschaftler über den Mechanismus. Hat der Staub zuerst die Sonne erstickt? Oder hat uns die Hitze sofort umgebracht?
Wie der Chicxulub-Einschlag extreme Hitze verursachte
Brandon Johnson, ein Planetenforscher an der Purdue University, sagt, die Hitze sei augenblicklich und überwältigend gewesen.
„Wir befinden uns in einem Bereich, in dem wir innerhalb der ersten oder zwei Stunden praktisch alles ausrotten könnten“, sagte er.
Basierend auf ihrer neuen Studie ist Folgendes passiert:
Der Aufprall schleuderte Trümmer in den Weltraum. Aus dem Dampf lösten sich Kügelchen – winzige geschmolzene Gesteinströpfchen. Sie umkreisten den Globus. Dann kamen sie wieder herunter.
Als diese geschmolzenen Fragmente wieder in die Atmosphäre gelangten, wurden sie nicht nur durch Reibung verbrannt. Es überhitzte die Luft um sie herum.
Aber hier ist die Wendung.
Als der Dampf abkühlte, erzeugte er riesige Wolken aus feinem Staub. Dieser Staub blockierte nicht nur die Sonne. Es wirkte wie eine Wärmedecke. Es fängt die von den fallenden Kügelchen erzeugte Wärme direkt an der Oberfläche ein.
„Es sah wahrscheinlich eher wie die Hölle als wie die Venus aus.“
Waldbrände und der dunkle Himmel der K-Pg-Grenze
Das Ergebnis war keine kalte, gefrorene Erde. Es war verbrannt.
Die Kombination aus wieder eindringenden Trümmern und eingeschlossenem Staub hätte auf der ganzen Welt Waldbrände entfacht. Landpflanzen und -tiere sind nicht einfach gefroren. Sie brannten.
Johnson beschreibt eine Welt, in der das Tageslicht völlig blockiert war. Für Lebewesen wie Menschen (hätte es uns gegeben) wäre der Himmel nicht hell gewesen. Es wäre dunkel gewesen. Die einzige Sichtbarkeit kam von einem rötlichen, höllischen Schein der Waldbrände unten.
Konnten Sie sehen? Kaum.
War jemand am Leben? Nicht mehr lange.
Nur diejenigen, die graben konnten. Oder schwimmen. Oder es gab eine Chance, einen tiefen Unterschlupf zu finden. Der Rest? Sie waren gekocht.
Hat die Hitze oder Kälte des Asteroiden Dinosaurier getötet?
Diese neuen Daten entfachen die Debatte neu. Es war nicht nur ein Schlagwinter. Der Hitzeanstieg war ein Hauptgrund für das Artensterben.
„Die Wolken hätten das Tageslicht blockiert“, bemerkte Johnson. „Für jedes Tier, das nicht weit ins Infrarote sieht, hätte die Oberfläche wahrscheinlich dunkel ausgesehen. Man hätte nur rötliches Leuchten sehen können. Aber es gäbe sowieso nichts Lebendiges, das man sehen könnte.“
Die im Journal of Geophysical Research: Biogeosciences veröffentlichten Ergebnisse erschweren unser Verständnis des K-Pg-Massenaussterbens. Es war keine einfache Wahl zwischen Einfrieren oder Brennen. Es war beides. In Eile.
Der Staub legte sich. Das Feuer brannte. Die Dinosaurier starben.
Und der Himmel blieb sehr, sehr lange rot.


















