Wie Hubble den stillen Niedergang von Andromeda enthüllt

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Das Universum expandiert größtenteils. Galaxien rasen voneinander weg wie Autos auf einer Autobahn. Andromeda ist anders. Sie ist die einzige große Galaxie, die sich mit hoher Geschwindigkeit auf die Milchstraße zubewegt. Es ist unser galaktischer Nachbar. Und neue Daten deuten darauf hin, dass es zu einer Verlangsamung kommen könnte.

Eine aktuelle Analyse der Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops deutet darauf hin, dass Andromeda einen massiven Aktivitätsschub hinter sich lässt. Dies geschieht, wenn sich die Galaxie einer möglichen Kollision mit uns nähert. Die Ergebnisse sind im The Astrophysical Journal.

Andromedas Sternentstehung verlangsamt sich

Andromeda (M31) ist eine riesige Spirale. Es hat etwa die doppelte Masse der Milchstraße. Aufgrund seiner Nähe dient es als ideales Labor. Astronomen nutzen es, um zu verstehen, wie große Spiralgalaxien entstehen. Insbesondere müssen sie wissen, wann und wo Sterne entstehen.

Die neue Studie kartiert etwa zwei Drittel der Andromeda-Scheibe. Es deckt etwa 200 Millionen Sterne ab, indem es zwei große Hubble-Durchmusterungen kombiniert. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend. Die Sternenproduktion ist in den letzten 500 Millionen Jahren stetig zurückgegangen.

Dies ist kein plötzlicher Stopp. Es sieht eher nach einer natürlichen Abklingzeit aus.

Die Zeitleiste einer Galaxie

Wir wissen, dass Andromeda vor etwa 2 Milliarden Jahren eine dramatische Phase durchlief. Diese Sternenexplosion wurde wahrscheinlich durch eine Fusion verursacht. Der Verdächtige ist M32, eine kompakte elliptische Galaxie, die Andromeda noch heute umkreist. Bei diesem Ereignis entstand etwa ein Fünftel der Sterne der Galaxie.

Aber nach diesem Höhepunkt änderten sich die Dinge.

  • Vor 500 Millionen Jahren: Sterne bildeten sich mit einer Rate von einer Sonnenmasse pro Jahr.
  • Vor 40 Millionen Jahren: Diese Rate halbierte sich.
  • Heute: Die Rate beträgt nur ein Fünftel einer Sonnenmasse pro Jahr.

Der Großteil dieser jüngsten Aktivität konzentriert sich auf einen Ring etwa 32.000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt. Der Rückgang der dortigen Aktivität ist für den Gesamtrückgang verantwortlich. Dies deutet darauf hin, dass Andromeda allmählich abnimmt, anstatt dass ihm auf einmal die Rohstoffe ausgehen.

Hat eine Begleitgalaxie dies ausgelöst?

Wissenschaftler untersuchen auch den Einfluss von M32. Regionen, die der Begleitgalaxie am nächsten liegen, zeigen einen neueren Rückgang der Sternentstehung. Dies macht M32 zu einem plausiblen Täter. Die Beweise bleiben jedoch nicht schlüssig. Das Zusammenspiel ist kompliziert.

„Wir müssen die einzelnen Sterne vermessen, weil sie zum Fossilienbestand des Entstehungsprozesses werden“, sagt der Co-Autor der Studie, Ben Williams. Er stellt fest, dass Hubble das einzige Teleskop ist, das über ein so großes Gebiet eine hohe räumliche Auflösung erreichen kann. Wir benötigen diese Details, um die Geschichte richtig lesen zu können.

Mit Roman in die Zukunft blicken

Die Datenerfassung endet nicht mit Hubble. Das Team wird weiterhin bestehende Archive analysieren. Sie werden auch auf das römische Weltraumteleskop Nancy Grace der NASA achten. Der Start soll bereits am 30. August mit einer SpaceX Falcon Heavy erfolgen.

Roman bietet ein Sichtfeld, das mindestens hundertmal größer ist als das von Hubble. Es wird die gesamte Andromeda-Scheibe und den sie umgebenden Halo in beispielloser Detailgenauigkeit untersuchen. Dieser Maßstab könnte endlich Aufschluss darüber geben, wie die Fusion mit M32 die Zukunft der Galaxie prägte.

Wann kommt es zur Kollision?

Andromeda lässt sich derzeit am besten im November beobachten. An Orten mit mäßiger Lichtverschmutzung kann man es mit bloßem Auge erkennen. Es ist ein heller Fleck vor dem dunklen Himmel.

Die Kollision mit der Milchstraße ist noch Milliarden Jahre entfernt. Schätzungen gehen von etwa 5 Milliarden Jahren aus. Die endgültige Flugbahn ist nicht ganz sicher. Aber der Ansatz ist unvermeidlich.

Im Moment beobachten wir, wie Andromeda seine Sternentstehung verlangsamt. Es ist ein stilles Ende eines gewalttätigen Anfangs. Die Hubble-Daten bieten einen ersten detaillierten Einblick in diesen Übergang. Roman wird das vollständige Bild liefern. Bis dahin warten wir und beobachten, wie der Nachbar näher kommt.

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